Wir sind mal ganz ehrlich: Während unserer beiden Coaching-Ausbildungen saßen wir unabhängig voneinander in dem jeweiligen Modul rund um das Thema „Coaching und Führung“, verdrehten innerlich die Augen und dachten, dass wir das in unserer Arbeit mit Kreativen doch niemals-nie-nicht brauchen würden. Ha! Weit gefehlt! Denn wenn das eigene Business läuft, dauert es zuweilen gar nicht lange, bis man den ersten Mitarbeiter einstellen kann, will oder muss.

Heute wollen wir für Dich einmal auf das Thema Mitarbeiterführung für Kreative blicken und haben aus unseren Unterlagen für euch die wichtigste Fragen heraugesucht. Klar: Dieser kurze Abriss soll Dir als kreativen Geist nur einen ersten Leitfaden mitgeben und zum weiteren Denken animieren – natürlich beinhaltet das Thema Mitarbeiterführung noch wesentlich mehr.

Wann ist es Zeit für einen Mitarbeiter?

Wir sagen: Sofort! Und zwar sollte jeder Kreative gleich zu Beginn der Selbständigkeit und Gründung einmal ganz ehrlich mit sich sein und vor allem beim Thema Finanzen tief in sich hineinhören, ob Buchhaltung und Steuern gut bei einem selbst aufgehoben sind. Einen Steuerberater als ersten „externen Mitarbeiter“ zu engagieren und sich gut beraten zu lassen, hat schon so manchen vor dem bösen Erwachen vor der ersten Einkommenssteuerzahlung nach drei Jahren gerettet.

Auch bei anderen Themen wie IT/Webdesign oder Marketing/PR macht es Sinn, sich gleich zu Beginn Hilfe von außen zu holen und ggf. mit externen Freelancern auf Honorarbasis zusammen zu arbeiten. Dieses Netzwerk gibt dem eigenen Business die notwendige Professionalität und entlastet gleichzeitig den kreativen Gründer – denn auch mit der x-ten Nachtschicht schafft man nicht alles allein.

Sobald Du aber merkst, dass Dein Kerngeschäft, also der Kern eures Angebots/Produktes/Dienstleistung, so gut angenommen wird, dass ihr diesen Bereich alleine nicht mehr bewältigen könnt, müsst ihr über eigene Mitarbeiter nachdenken.

Wie führe ich meine Mitarbeiter?

Nicht jeder Kreative kommt aus einem klassischen Beruf und konnte in einem Unternehmen von einem Chef gute Mitarbeiterführung lernen. Umso wichtiger ist es, dass Du Dich erst einmal fragst: Was sind meine Führungswurzeln?

Wer hat eigentlich in meiner Familie die Führung übernommen? Wie war das in der Schule, gab es Lehrer, die mit besonderem Führungsstil gepunktet haben? Welche Vorbilder haben mich durch ihren Stil beeindruckt? In welchem Job konnte ich bereits Führungserfahrung sammeln und wie war diese? Überlege, was Du an positiven Führungserfahrungen für Dein eigenes Business mitnehmen möchtest. Negative Beispiele können Dir dazu dienen, klar abzugrenzen, wie Dein eigener Führungsstil aussehen soll.

Die eigenen Werte und Überzeugungen bilden eine wertvolle Ressource für Deine Führungsgrundsätze. Was ist Dir im Leben wirklich wichtig? Was ist Dir in Deiner Arbeit wirklich wichtig? Wer mit Mitarbeitern umgeht, handelt immer ausgehend vom eigenen Menschenbild. Was denkst Du über Menschen und was bedeuten sie Dir? 

Mache Dir klar, was Dich und Dein Business antreibt und wie weit Du für Deine Arbeit gehen willst und magst – dann wird Dir auch klar sein, welche Maßstäbe Du an Deine Mitarbeiter anlegen kannst oder auch nicht kannst. Nur weil Du beispielsweise gerne bis in die Nacht hinein arbeitest, heißt das nicht, dass das ein Angestellter auch tun möchte. Wenn Du flexibles Arbeiten liebst, braucht manch Mitarbeiter hingegen einen ganz konkreten Ablaufplan.

Überlege, wie Deine bisherige Lebensgeschichte verlaufen ist – Deine Erfahrung und Deine Grundsätze bilden die Grundlage für Deinen eigenen Führungsstil, also wie Du mit Deinen Mitarbeitern umgehst. A und O für eine gute Führung ist dabei die Kommunikation: Dass Dir Deine erste Stunde in Ruhe am Rechner heilig ist, kann ein Mitarbeiter nicht von alleine wissen. Auch ob Du in Deinem Business alle Entscheidungen verantworten willst oder lieber deligierst, sollte mit den Mitarbeitern klar besprochen sein. Wenn Dein Mitabeiter weiß, was er alleine entscheiden darf, was er alleine verantwortet, wo und wie er Feedback erwarten kann, was er von Dir einfordern darf und soll, was und wie in Deinem Betrieb und Business organisiert ist – all das gehört zu Deinem individuellen Führungsstil!

Überlege Dir, welche Begriffe Dein Führungsstil beinhaltet. Beispielweise „Gestalten – einbinden – motivieren“ oder „Vertrauen – deligieren – Feedback geben“ oder „Freiraum – Entwicklung – visionär“ – mit welchen Wörtern beschreibst Du Deinen Mitarbeitern am besten, wie Du als Chef Dein Business und Deine Mitarbeiter führen möchtest?

Wie erreiche ich mit meinen Mitarbeitern unsere Ziele?

Deine Rolle als Chef bringt eine ganze Reihe von Erwartungen mit sich, die Deine Mitarbeiter an Dich richten. Mache Dir klar, welche dies sind. Regelmäßige Feedbackgespräche und klare Kommunikation helfen Dir dabei. Frage Dich immer: Was braucht mein Mitarbeiter von mir, damit wir beide erfolgreich sein können?

Um ein Ziel mit Deinen Mitarbeitern erfolgreich zu erreichen, muss er Dir folgen und sich für das Ergebnis einsetzen. Das gelingt am besten, wenn Dein Mitarbeiter weiss, warum er gerade eine Aufgabe erledigt, warum bestimmte Abläufe notwendig sind und wie diese zusammenhängen.

Und das Wichtigste zum Schluss: Wenn Dein Mitabeiter einen Sinn in seiner Arbeit sieht, wird er Dir folgen! Wenn sich Dein Mitarbeiter voll und ganz mit Deinem Business identifizieren kann, wird er Dir folgen!

Falls Du gerade mit dem Thema Mitarbeiterführung Hilfe benötigst oder eine problematische Situation klären willst, stehen wir Dir mit einem Business Coaching gerne zur Seite. Sprich uns gerne an!

 

Bild: Brooke Larke / Unsplash.