In unserem letzten Blogartikel haben wir Euch drei Sichtweisen mit auf den Weg gegeben, die Euch im Umgang mit der Corona-Krise Mut machen sollen und Euch helfen sollen, die Chancen des Ausnahmezustandes zu sehen.
Ist der Blick in die richtige Richtung gelenkt, solltet ihr die Ärmel hochkrempeln und wichtige Maßnahmen für Euer Business ergreifen, um Euch für die kommenden Wochen und Monate vorzubereiten.

1. Checke Deine Finanzen und ergreife Maßnahmen

Die Bundesregierung hat ein milliardenschweres Hilfsprogramm und steuerpolitische Maßnahmen auf den Weg gebracht, welches auch Einzelunternehmer wie kreative Selbstständige berücksichtigt. Alle Informationen dazu sind auf der Seite des Bundesfinanzministeriums abrufbar.

Was Du akut und vorsorglich machen kannst, ist das Angebot der Steuererleichterung in Anspruch zu nehmen. Dazu gehört beispielsweise der Antrag auf zinslose Stundung von Steuerzahlungen und der Antrag auf Herabsetzung von Vorauszahlungen. Das Formular dazu findest Du auf den Webseiten der jeweiligen Finanzämter Deiner Region.

Bist Du gerade erst in die Selbstständigkeit gestartet? Dann prüfe, ob Du die Voraussetzungen für eine freiwillige Arbeitslosenversicherung erfüllst und versichere Dich vorsorglich (solltest Du übrigens auch ohne Pandemie machen…).

Schaffe Dir Klarheit, indem Du prüfst, wie lange Deine Rücklagen reichen und ab wann Du spätestens Einnahmen generieren musst. Versuche Deine monatlichen Kosten zu reduzieren, indem Du recherchierst, wo du vielleicht Ratenzahlungen vereinbaren kannst. Es geht hier – wie bei der Verhängung des Ausnahmezustands – darum, Dir mehr Zeit für die Überbrückung zu verschaffen.

2. Halte (digitalen) Kontakt zu Deinen Kunden und Deiner Zielgruppe

Wir alle sind verunsichert und suchen nun nach Antworten auf drängende Fragen. So geht es auch Deinen Kunden, bestehenden und potenziellen. Halte Kontakt zu Deinen bestehenden Kunden, informiere sie wie Du nun arbeitest, wie Du für sie weiter erreichbar bist und wie Du ihnen behilflich sein kannst bei Fragen zu ihrer Hochzeit und Corona. Teile mit Ihnen beispielsweise Tipps aus der Branche – wie der Corona Infoseite vom Bund der deutschen Hochzeitsplaner – auf Instagram.

Überlege Dir wie Du, im Falle einer Stornierung der Hochzeit, reagierst und den Kunden entgegenkommst. Terminverschiebungen sind kein Problem, wenn Du am neuen Datum verfügbar bist. Was aber, wenn Du nicht kannst? Kannst Du ihnen etwas anderes anbieten? Eine 50/50-Lösung von der beide Seiten profitieren, so dass Dein Schaden einigermaßen begrenzt wird und Dein Kunde sich aufgefangen fühlt und Dich daher weiter an Freunde und Familie weiterempfiehlt.

Und zu guter Letzt, wir können es nicht oft genug sagen: Deine Kunden sind immer noch da, sie haben Zeit und verbringen nun noch mehr Zeit online. Sei präsent auf Deinen Kanälen und beliefere Deine Zielgruppe weiterhin mit relevantem Content.

3. Sortiere Dich, stelle Dir einen „Plan“ auf und sorge für Routinen

Kinderbetreuung planen, Home Office-Zeiten sicherstellen, Einkäufe planen, Familienunterstützung leisten… es prasselt gerade viel auf uns ein und oft haben wir das Gefühl, es kommt immer was dazu und wir können es nicht kontrollieren. Das führt zu Frustration und auch Wut. Das ist nur menschlich.

Was hier als ersten Schritt hilft, ist eigentlich ganz simpel und gleichzeitig sehr schwer: Akzeptieren, was ist. Wir können momentan nur wenig kontrollieren oder beeinflussen. Und wir müssen lernen: Für komplexe Situationen gibt es keine perfekte Lösung. Es hilft nur entscheiden, machen und dann weitersehen. Trial and Error in seiner Höchstform.

Was Du aber machen kannst, ist Dich zu sortieren. Auflisten, welche Baustellen sich nun aufgetan haben. Worum Du Dich kümmern musst, was wirklich dringend ist und was Du dort tatsächlich tun kannst.

Sortiere Dich und plane Deine ToDos für eine überschaubare Zeitspanne. Für heute und diese Woche. Wir wissen nicht, was nächste Woche ist, vielleicht gibt es dann neue Ereignisse und neue Baustellen. Vielleicht auch nicht. Plane soweit, wie Du tatsächlich auch aktiv agieren kannst. Immer mit dem Wissen, dass Du flexibel bleiben musst. Es ist ein Kraftakt und gleichzeitig ein immenses Training für Deine Geduld- und Kreativitätsmuskeln.

Was in solchen aufwühlenden Zeiten auch hilft: Routinen. Hast Du schon vor der Pandemie eine Morgenroutine gehabt? Bleibe dabei und lasse Dich nicht dazu verleiten nun doch als erstes das Handy in die Hand zu nehmen. Bist Du nun mit Kindern zuhause? Dann erschaffe gemeinsame Routinen. Sei es den Morgen mit Musik und Tanz zu beginnen, eine Bastelstunde einzuführen oder um Punkt 8 Uhr mit Home Schooling zu starten. Routinen geben Sicherheit und das Gefühl von Selbstbestimmung, weshalb sie gerade in diesen Zeiten so wichtig sind.

4. Überlege Dir, wie Du Deine Branche und somit auch Dein Business unterstützen kannst

Wir alle in der Branche teilen die gleichen Sorgen. Manche sind jetzt schon betroffen durch Stornierungen, andere werden es vielleicht erst in wenigen Wochen spüren. Wichtig ist, dass wir die Branche stützen, gemeinsam. Das geht schon heute und auch in den Wochen und Monaten nach Corona. Wie machen wir das?

Halte Kontakt zu Deinem Netzwerk und baue es gerne auch aus

Hand aufs Herz: Wie häufig siehst Du Deine Lieblingskollegen aus der Branche wirklich in „echt“? Höchst selten, oder? Man hält bislang auch am häufigsten Kontakt via Instagram, Whatsapp und Facebook Gruppen. Also musst Du jetzt den Kontakt einfach genauso weiter halten. Tauscht Infos und Ideen aus. Kotzt euch – entschuldigt die Wortwahl – bei euren Kollegen aus. Kaum einer wird eure Lage so gut verstehen, wie sie.

Gehört Ihr zu der Fraktion, die nur zu wenigen Kollegen Kontakt hat und gleichzeitig still und leise anderen Kollegen begeistert auf Instagram folgt? Denen ihr jetzt besonders dankbar für die Infos und Mut machenden Stories seid? Dann ist jetzt der beste Zeitpunkt, das auch zu sagen. Schreibt ihnen eine Direktnachricht, sagt Danke und gebt Feedback, wie die Stories euch gerade helfen. Nehmt Kontakt auf oder öffnet euch für Kontakt, indem ihr selbst Stories postet oder Tipps aus eurem Alltag im Ausnahmezustand postet.

Share the Love – mache Werbung für Deine Netzwerkpartner und Kollegen

Aus Angst davor, andere könnten den eigenen Teil vom Kuchen abbekommen oder der Kuchen könnte gar ganz verschwinden, neigen die Menschen zu egoistischen Maßnahmen. Hamsterkäufe und anderes eigennütziges Verhalten sind in diesen Zeiten daher leider Alltag. Auch im Business. Glücklicherweise sehen wir ein solches Verhalten nicht in der Hochzeitsbranche und das macht uns stolz auf diese kreative Branche.

Wir brauchen den Zusammenhalt und sollten ihn gerade jetzt zelebrieren. Indem wir beispielsweise Inhalte von Netzwerkpartnern und auch Kollegen in unseren Stories teilen. Unsere Partner vorstellen mit einer Instagram Story oder einen Post. Ihre Pins auf Pinterest repinnen und so dafür sorgen, dass wir uns gegenseitig ins Bewusstsein der gemeinsamen Zielgruppe tragen.

Überlege, was Du mit anderen „tauschen“ kannst

Gehen wir von dem Worst Case Szenario aus, dass viele Aufträge wegbrechen werden und viele Hochzeitsdienstleister, vielleicht auch Du, eine finanzielle Durststrecke erleben werden. Auch dann helfen die beiden Punkte zuvor, doch es gibt noch eine weitere Möglichkeit: das gute alte Tauschgeschäft.

Wenn wir eine Gruppe von Dienstleistern haben, die kein Investitionsbudget mehr hat, aber das Marketing am Laufen halten und bestimmte Projekte dafür umsetzen muss, dann finden sich in dieser Gruppe sicher Synergien, die man nutzen kann.

Du bist Grafiker und brauchst Portraits von Dir für Deine Webseite? Vielleicht gibt es in dieser Gruppe einen Fotografen, der Hilfe bei einem Flyer braucht. Stellt euch zusammen auf und tauscht Eure Dienstleistung aus. Oder bietet Rabatte für Brautpaare an, wenn Kollegen aus dieser Gruppe euch ihren Kunden weiterempfehlen und es dadurch zu einer Buchung kommt. Besondere Situationen verlangen besondere Lösungen. Wir sind Kreativschaffende! Wir müssen nur ein paar Ideen zusammenspinnen und gemeinsame Lösungen für eine gewisse Überbrückungszeit finden.

5. Ruhe bewahren

Wir können euch Stöhnen hören! Was ein toller Rat, nicht wahr?! Wir hätten diesen Tipp auch anders nennen können: Checke Deine Privilegien und sei dankbar. Das klingt aber nicht so nett, auch wenn es wahr ist.

In all unserem Frust, unserer Wut und unserer gefühlten Ohnmacht müssen wir uns eines unbedingt immer wieder bewusst machen: ES GEHT UNS GUT!

Deutschland ist (bislang) nicht so stark betroffen wie andere Länder. Du hast ein Dach über dem Kopf, Du hast trotz (und hoffentlich nicht wegen) Hamsterkäufen genug zu essen zuhause. Du hast es warm und trocken. Wir haben ein funktionierendes und hoch entwickeltes Gesundheitssystem, eine überlegt handelnde Regierung, die gute Maßnahmen auf den Weg gebracht hat. Auch für uns Einzelunternehmer. Das sind alles Gegebenheiten, für die wir schon im normalen Lebensalltag dankbar sein sollten. Es sind Privilegien, die nicht viele Menschen auf dieser Welt haben.

Es kann schlimmer werden, ja, und auch dann wird es Lösungen geben. Es werden vielleicht harte Zeiten sein, doch es wird machbar sein, wenn wir zusammenhalten und Ruhe bewahren. Denn nochmal: ES GEHT UNS GUT! Und es wird uns weiterhin gut gehen.


Bleibt zuhause und bleibt gesund!
Eure Pinar und Susanne