Was vereint die neuen Gesichter im Bereich der Brautmodenateliers in Deutschland? Und wo liegen die größten Unterschiede? Sind Concept Stores der neue Weg im Segment Brautmode? Wir haben nachgefragt beim Team von „HEY LOVE“ in München, bei Victoria von „Victoria Rüsche“ in Köln, bei Theresa von „Elbbraut“ in Hamburg und Susannah von „Celia Dresses“ in Frankfurt.

elbbraut_alinaatzler_0001

Insgesamt drei Jahre Vorplanung investierte Theresa Steinke nach der eigenen Hochzeit für ihr Konzept und den „Elbbraut“-Showroom (oben), den sie im Dezember 2012 in Hamburg eröffnete. Dabei versteht sie sich weniger als Concept Store, sondern als Anbieter mit besonderer Beratung: „Uns liegt die ganzheitliche Beratung sehr am Herzen und dieses Konzept zieht sich bei uns durch. Unsere Bräute erwarten eine persönliche und sehr individuelle Beratung“, berichtet sie. Theresas Showroom zeichnet sich insbesondere durch ein modernes Gestaltungs- und Präsentationkonzept aus, ein Punkt, der sich ebenfalls in den drei anderen Brautmodengeschäften wiederfindet.

victoriaruesche

So zeigt Victoria in ihrem im April 2015 nach drei Jahren neu relaunchten Kölner Brautmodenatelier (siehe oben) in modern-stylischer Kulisse ausschließlich Brautkleider und Headpieces. „Ich konzentriere mich vollkommen auf das, was ich gelernt habe – die Braut an diesem besonderen Tag durch geeignete Schnitte und Materialien bestmöglich aussehen zu lassen“, erklärt Victoria, die eine Schneiderlehre in einem klassischen Brautmodengeschäft absolvierte und so mit dem Thema Brautkleider in Berührung kam. „In der Zeit, in der ich nun in dieser Branche arbeite, habe ich ganz viele wertvolle Kontakte mit kreativen Köpfen knüpfen dürfen. So kann ich jeder Braut die auf der Suche nach einer Holzfliege für den Bräutigam oder Stuhlhussen, die farblich zum Nagellack passen sollen ist, die passende Visitenkarte zustecken.“

heylove_details

Über diesen persönlichen Empfehlungscharakter hinaus geht die konkrete Beratung von den drei Inhaberinnen von HEY LOVE in München, die sich als „Concept Store“ verstehen und neben wunderschönen Brautkleidern auch „alles andere rund-um-die Hochzeit“ abdecken. „Neben den Accessoires bieten wir mit unserer Stylistin Ranya Horn auch Mode-Styling-Beratung sowie Wedding-Planning an“, berichtet Maren Wesp. „Es gibt beispielweise das ‚Do it yourself-Paket‘: Ideen und Anleitungen kommen von uns und umgesetzt wird es von der Hochzeitsgesellschaft, oder die Komplett-Betreuung oder zum Beispiel nur Einzelbausteine, wie nur die Deko, Unterbringung, Catering – man kann sich die Leistungen selbst aussuchen und zusammenstellen.“

Die drei Freundinnen kommen aus den verschiedensten beruflichen Hintergründen und starteten innerhalb von acht Monaten ihren Concept Store in München. „Wir haben alle in den letzten Jahren geheiratet und die Brautkleidsuche war wirklich sehr schwierig: Wir haben für uns als moderne, modische Frauen, die den Bohemian Look lieben, in Deutschland nichts gefunden.“ Während eines Geburtstagsessen sprudelten die Ideen für einen neuen Brautladen, „der all das umsetzt, was wir uns gewünscht hätten. Und am Ende des Abends haben wir dann gesagt: Lasst es uns machen und versuchen.“ Seit Anfang 2015 finden Bräute HEY LOVE nun in München.

celiadresses_laden

Die Suche nach dem eigenen Brautkleid im Hippie-Bohemian-Stil war es auch, die Susannah nach ihrer US-Hochzeit im Oktober 2013 auf die Idee für Celia Dresses brachte. „In Deutschland fand ich es sehr schwierig, etwas Passendes zu finden. Ich habe dann sehr viel recherchiert und gesehen, dass es in den USA viele tolle Labels gibt, die genau das anbieten, was ich gesucht habe: Kleider, in denen man sich wunderschön findet, aber sich nicht verkleidet, sondern einfach nur wohl fühlt“, berichtet die Frankfurterin. „Zum anderen arbeite ich seit sieben Jahren als Moderedakteurin für eine Textil-Fachzeitschrift und beobachte daher die Modebranche sehr genau. Dabei ist mir aufgefallen, dass das Thema ‚moderne Braut- und Anlassmode‘ definitiv noch eine Nische/Marktlücke in Deutschland ist.“ So nahm sie im vergangenen Jahr Kontakt zu den Labels auf, fand durch Zufall ein passendes Ladenlocal in Frankfurt und legte los.

Celia Dresses versteht sich ebenfalls als Concept Store: „Da das übergeordnete Thema Hochzeit/Special Occasion ist und ich neben Braut- und Brautjungfernkleidern sowie Accessoires auch alles für Drumherum anbiete, sprich von Papeterie wie Grußkarten, Gästebüchern und Einladungen über Dekoration  wie PomPoms und Ballons bis hin zu Brautjungfern-Geschenken und Ringkissen. Außerdem gebe ich meinen Kundinnen auch Kontakte und Empfehlungen anderer Dienstleister (zum Beispiel Fotografen, Grafik-Designern, Cupcake-Anbietern, Floristen, etc.).  Mir ist am wichtigsten, dass sich die Kundinnen bei mir wohlfühlen, keine Angst haben müssen etwas anzufassen und sich von schönen Dingen inspirieren lassen.“

celiadresses

Was alle verbindet: ein klares Konzept – als Concept Store oder Brautmodenatelier – und ein starker Fokus auf ausgewählte Labels, die exklusiv erhältlich sind.

„Ich lege Wert darauf, dass die Designer, die ich repräsentiere, nicht an jeder Ecke erhältlich sind“, berichtet Viktoria. „Als Schneiderin und Schnitttechnikerin liegt es mir am Herzen das Handwerk zu unterstützen. Deshalb lege ich meinen Fokus auf kleine bis mittelgroße Ateliers, gerne auch aus Deutschland und Europa, die ihre Entwürfe in der Heimat anfertigen. Innerhalb des letzten Jahres haben wir viele tolle Designerinnen wie Truvelle, Soeur Coeur oder Katya Katya Shehurina für unsere kleine Shop-Familie dazugewinnen können, worüber wir uns riesig freuen.“

„Wir haben uns auf kleine, feine und sehr besondere Label spezialisiert, die es dann exklusiv in Norddeutschland bei Elbbraut gibt“, sagt Theresa. „Wir haben uns außerdem auf Naturstoffe und vorwiegend auf Kollektionen von deutschen Designern spezialisiert, denn eine faire Bezahlung und die Förderung des deutschen Handwerks sind uns sehr wichtig. Wir haben mittlerweile aber auch Ateliers aus Norwegen, Spanien und Polen für uns entdecken dürfen, deren Kollektionen in eigenen kleinen Schneidereien gefertigt werden.“

„Momentan führe ich Brautkleider von Saja Wedding und Wtoo sowie Brautjungfernkleider von TwoBirds, Donna Morgan und Wtoo. Ich bin aber noch auf der Suche, mein Markenportfolio zu erweitern“, schildert Susannah ihr Planung. „Accessoires biete ich von den Labels Mignonne handmade, Maison Guillemette und Davie and Chiyo.“

„Exklusiv in Deutschland führen wir die Marken Rue de Seine aus Neuseeland – das Herzstück des Bohemian-Looks! Otaduy aus Barcelona – Coolness und Glamour einzigartig vereint und ganz neu aus New York: Sarah Seven – ein Hammer!“, sagt Maren von HEY LOVE. „Neben den internationalen Labels freuen wir uns sehr über zwei Labels aus Deutschland, die wir exklusiv in München führen: Soeur Coeur – traumhafte, Feen-artige Kleider in wundervoller Seide und Spitze UND: Ambacher Vidic – der moderne Look der Braut, flexibel kombinierbare Röcke und Korsagen-Oberteile mit coolen Röcken. Und damit die Braut dann noch den wirklich letzten, modischen Schliff bekommt, haben wir die Headpieces und Schleier von der einzigartigen Jannie Baltzer aus Dänemark ebenfalls im Sortiment.“

Und zu guter Letzt ein Ausblick – was trägt die Braut in der Saison 2016?

concept stores

Victoria Rüsche: „Definitiv weiterhin Spitze. Diese gerne noch gröber und in Kombination mit entspannten Schnitten. Außerdem werden Farbakzente ein Thema sein, Dip Dye und metallische Stoffe kommen auf uns zu! Es wird auf jeden Fall nicht langweilig!“

HEY LOVE-Team: „Der Bohemian-Look kommt ja gerade erst langsam in Deutschland an – das wird sich also in 2016 fortsetzen: Viel Spitze, lockere, lässige Kleider, die die Bräute umschmeicheln und ihre Individualität zeigen, ohne sie zu verkleiden. Die Kleider machen die Bräute durch raffinierte Schnitte und zum Beispiel einem freien Rücken sexy – subtil sexy, genauso, wie es die moderne Braut von heute möchte. Die Fashion-Welt erhält immer mehr Einzug in die Brautmode: Gürtel, Broschen, Rückenverzierungen. Herrlich romantisch, modisch und viel zu entdecken auf jedem Kleid.“

Susannah, Celia Dresses: „Ein Kleid in leichter A-Linie aus Seide, Organza oder leichtem Tüll mit feiner Spitze oder applizierten 3D-Blüten. Transparenz spielt eine große Rolle und wird über Lasercut, Spitze oder sogenannte ‚illusion necklines‘ umgesetzt…. Es muss nicht immer Weiß oder Creme sein, die Tendenz geht zu Ecru-, Mandel- und Blush-Tönen, auch für die Braut! Und Bridal Separates sind ein großes Thema, zum Beispiel ein Spitzentop zum leichten Tüll- oder Satinrock.“

Theresa, Elbbraut: „Die Saison 2016 besticht durch feminine Schnitte mit raffinierten Details, besondere Baumwoll- und Seidenspitzen, sowie verspielte Lässigkeit der Boheme-Ära. Wir freuen uns schon sehr :)“

Herzlichen Dank, Ladies, für diesen spannenden Einblick – und weiterhin viel Erfolg!

Celia Dresses Ingolstädter Str. 1, 60316 Frankfurt celia-dresses.de

Elbbraut Neanderstr. 41, 20459 Hamburg elbbraut.de

HEY LOVE Liebherrstr. 10 / Ecke Thierschstr., 80538 München hey-love.de

Victoria Rüsche Sternengasse 7, 50676 Köln victoriaruesche.de

 

Bilder: via Celia Dresses, Elbbraut, Hey Love, Victoria Rüsche

Merken