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Interview: Daniela Jost über Spiritualität im Business

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Zeitschriften wie flow, slow oder Happinez animieren uns monatlich zu einem glücklicheren Leben, zu mehr Achtsamkeit, dazu mehr Zeit zum Durchatmen und die richtig Work-Life-Balance zu finden. Was alle Magazine eint, sind die vielen Denkanstöße für das eigene Leben und auch den eigenen Beruf. Beschäftigt man sich einmal intensiver mit Achtsamkeit und Meditation, um das eigene Stresslevel in der Selbständigkeit und in der Hochzeitsbranche zu reduzieren, findet man zahlreiche Anregungen, die man durchaus aus „spirituell“ bezeichnen kann. Den eigenen Akku wieder aufladen, neue Energie gewinnen? Na, klar! Aber durch Spiritualität? Für einige totaler Quatsch, für andere genau das Richtige. Wir finden es auf jeden Fall spannend, sich immer wieder neuen Themen zuzuwenden und sind total neugierig, wie gestandene Geschäftsfrauen und -männer Spiritualität für sich definieren. Darum haben wir Daniela Jost von der Agentur Traumhochzeit zum Interview gebeten:

Liebe Daniela, man kennt Dich in der Hochzeitsbranche als Geschäftsfrau und Gründerin der Agentur Traumhochzeit – der größten Agentur für Hochzeitsplaung in Europa. Nun hast Du ein Buch über „Spirituelle Impulse zum Glücklichsein“ geschrieben – wie kam es dazu?

Ich denke es gibt immer diesen einen, ganz speziellen Moment im Leben, in dem wir deutlich wahrnehmen, dass wir doch irgendwie mehr sind, als die Rollen, die wir leben: Geschäftsfrau, Hochzeitsplanerin, Mutter… Meist sind es diese Momente, in denen wir uns durch vermeintliche Katastrophen auf ganz intensive Weise vom Leben herausgefordert fühlen. In diesen Augenblicken können wir wegschauen oder uns auf den Gedanken, doch irgendwie „mehr“ zu sein, einlassen. Da ich ein neugieriger Mensch bin, den es brennend interessiert, was die Welt im Innersten zusammenhält, habe ich, die vermeintlich hochgradig verstandesorientierte Unternehmerin, mich vor gut sieben Jahren auf dieses Abenteuer einer Blickwinkelkorrektur eingelassen. Was sich mir eröffnete, waren nie gekannte Welten und Zusammenhänge.

Dann begegnete mir in Gesprächen immer wieder der gleiche verwunderte Kommentar: „Ich habe mir einen spirituellen Menschen immer ganz anders vorgestellt… mit Biolatschen und Baumwollbeutel und so. Aber du, du bist Mutter, Unternehmerin, trinkst Caipirinha und bist so normal….“ Ich merkte, dass ich durch mein „Normalo-Leben“ einen Zugang zu den Menschen hatte. Immer wieder hörte ich den gleichen Satz „Ja, wenn du das so erklärst, dann muss selbst ich zugestehen, dass da was dran ist, an diesen energetischen Prinzipien.“ Und plötzlich war da diese Klarheit, dass genau dies meine „Mission“ ist: Spiritualität alltagstauglich zu machen. Nun ist es ja nicht so, dass ich als Inhaberin der Agentur und Mutter dreier Kids Langeweile gehabt hätte oder aber spontan der Gedanke da war, unbedingt Autorin werden zu wollen. Es war eher so, dass der Impuls dieses Buch schreiben zu „müssen“ von außen an mich heran getragen wurde. Und in genau diesem Augenblick wusste ich, dass es nicht anders sein kann. So habe ich also ganze drei Jahre an diesem Buch geschrieben, in dem ich über die kleinen und großen Katastrophen in meinem Leben als geschiedene Hochzeitsplanerin schreibe und anhand derer energetisch-spirituelle Zusammenhänge in „Normalo-Sprache“ erkläre.

Als Dienstleister in der Hochzeitsbranche kennt man den „ganz normalen Wahnsinn des Alltags“ nur zu gut. Was würdest Du Selbständigen in Stress-Situationen raten?

Ich würde ihnen raten, sich zunächst erst einmal grundlegend nicht mit ihrer Rolle zu identifizieren. Allein in dem Moment, in dem ich einen Schritt zurücktrete und erkenne, dass der Stress da draußen letztlich nur eine Fiktion meines Verstandes, sozusagen ein „Schauspiel“ ist, jedoch rein gar nichts mit meiner reinen Wesensessenz zu tun hat, verlieren Stresssituationen an Bedeutung. Wenn ich mich daran erinnere, wer ich wirklich bin, ein geistiges Wesen, das sich erfahren möchte, dann weiß ich plötzlich, dass es nicht nötig ist, mich an einem Projekt festzubeißen. Denn es kann ja nichts passieren, selbst wenn es vermeintlich „scheitert“. Es ist nur eine Erfahrung und genau dafür bin ich auf diese Welt gekommen. Um mich immer wieder neu zu erfahren und dadurch zu wachsen. Alles im Leben funktioniert nach dem Prinzip „Ohne die Dunkelheit kann man die Sterne nicht sehen“. Wenn ich dieses Prinzip tief in mir integriere, dann weiß ich, dass mir einfach nichts passieren kann. Selbst wenn ich mal einen Termin nicht einhalte, ein Projekt „in den Sand setze“ oder weniger Umsatz mache. Man kann nicht vom Boden fallen! Ganz abgesehen davon, dass Zeit ohnehin nur eine Illusion ist, die unser Verstand erzeugt, um uns am Laufen zu halten.

Vor allem aber würde ich ihnen raten aus dem Irrglauben „Tun-Haben-Sein“ in das Prinzip „Sein-Tun-Haben“ zu wechseln, welches in unserer Gesellschaft grundlegend verdreht wurde. Es ist diese Verdrehung, die uns im Hamsterrad gefangen hält.

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Und wie hat sich ganz persönlich die Spiritualität auf Deine Arbeit mit der Agentur Traumhochzeit und Deine Arbeit als Freie Rednerin ausgewirkt?

In den letzten Jahren habe ich parallel zu meinen Aufgaben in der Agentur Traumhochzeit viele Ausbildungen absolviert, die meinen Horizont erweiterten und mir völlig neue Möglichkeiten gaben. Nicht zuletzt als Unternehmerin. Seitdem versuche ich ganz intensiv, energetische Zusammenhänge auch im Coaching mit meinen Franchisepartnern anzuwenden. Wenngleich es ein langer Weg für mich war, zu meinen spirituellen Ansichten offen auch in der Firma zu stehen. Heute weiß ich, Spiritualität braucht und darf nicht vor Firmentüren Halt machen. Sie macht uns gerade auch als Unternehmer auf eine ungeahnte Weise kraftvoll.

Auch in meinen Traureden lasse ich dieses Wissen um ganzheitliche Zusammenhänge dezent und unaufdringlich mit einfließen. Da das höchste spirituelle „Gesetz“ die Liebe ist, passt das wundervoll zusammen.

Magst Du uns zum Schluss noch erklären, was sich hinter Deiner Idee von „Huna for Business“ verbirgt?

Wir sprachen vorhin über Stress als Unternehmer. Jeglicher Stress, Burn Out Symptome und alles was sonst heute noch zu einem „guten Unternehmertum“ gehört, entsteht dadurch, dass wir nie gelernt haben, unsere eigentliche Kraft einzusetzen. Nicht die Kraft unserer Hände, unseres Verstandes, sondern die Kraft, die wir als energetisches Wesen, das wir sind, besitzen. In der Schule wurden uns nur die „Werkzeuge der ersten Ebene“, wie ich es nenne, gelehrt. Oder erinnerst du dich an ein Schulfach, das sich darauf bezog, Kraft deiner Gedanken zu erschaffen? Wir sind schöpferische Wesen und als solchen liegt es in unserer Natur, zu erschaffen. Die Mayas wussten das noch und auch die Pyramiden konnten nachweislich NICHT allein durch Menschenhände Arbeit gebaut werden. In der Bibel wird zwischen den Zeilen von dieser Kraft erzählt. Doch wir glauben immer noch, alles würde durch das TUN entstehen. Das ist es, was uns in den Burn Out führt. Die Huna Lehre ist eine Lehre, die bereits über 5000 Jahre alt ist, also deutlich älter als das Christentum, und davon berichtet, wie wir als energetische Wesen erschaffen. Es ist das, was heute aus Unwissenheit als Magie bezeichnet wird. Doch ist es nichts anderes als das Einsetzen fokussierter Energie. In meinen Seminaren „Huna for Business“ möchte ich vor allem Unternehmer befähigen, ihre ursächliche Kraft einzusetzen. Die „Werkzeuge der zweiten Ebene“, wie ich sie nenne. Das Prinzip ist zu umfangreich um es in kurzen Worten zu erklären – im Huna kannte man die Grundlagen der modernen Psychologie, wie sie Freud vermittelt hat, bereits 5000 Jahre früher – aber es ist das machtvollste, das ich auf meinem Weg und in allen Ausbildungen erfahren durfte. Es ist weder eine Religion, noch eine Philosophie, eher eine Arbeitshypothese. Man muss nicht daran glauben, aber es hilft, sich zu öffnen. Ich glaube, dass so viele Unternehmercoachings deshalb nicht langfristig wirken, weil den Menschen eben das Wissen um die Zusammenhänge dieser Arbeitshypothese fehlt. Auf Basis des Huna versteht man plötzlich, warum Visualisierungen (für unser niederes Selbst, eines unserer drei Selbst nach Huna Lehre) so wichtig sind. Genau wie viele andere übliche Coachingwerkzeuge. Und man versteht, warum andere gelernte Aspekte gar nicht funktionieren konnten, da man z.B. vorher seine Energie (Mana, die Lebenskraft) nicht konzentriert hat.

Lass mich kurz zum Abschluss die sieben Prinzipien des Huna aufzeigen. Das gibt vielleicht eine Ahnung davon, was gemeint ist:

1 – Die Welt ist, wofür wir sie halten

2 – Es gibt keine Grenzen

3 – Energie folgt der Aufmerksamkeit

4 – Jetzt ist der Augenblick der Macht

5 – Lieben heißt, glücklich zu sein mit …

6 – Alle Macht kommt von innen

7 – Wirksamkeit ist das Maß der Wahrheit

Daniela, herzlichen Dank für diese spannenden Einblick!

 

 

 

Wer mehr über Daniela Jost und ihren Weg zur Spiritualität erfahren möchte, kann ihr Buch „Spirituelle Impulse zum Glücklichsein“ im Buchhandel und Online beziehen.

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