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Fürchtest Du Dich vor einer neuen Herausforderung?

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In einem kreativen Business wie der Hochzeitsbranche gleicht kaum ein Jahr dem anderen. Das Hochzeitsbusiness ist sehr dynamisch, wir sind immer wieder mit Erneuerungen konfrontiert, lernen ständig dazu und vor allem stehen wir immer wieder vor Herausforderungen.

Ganz oft merken wir erst mitten im Geschehen, dass uns eine Situation, ein Kunde oder ein Projekt herausfordert. Schwierige Kunden, plötzliche Änderungen oder auch Überraschungen, die während einer Hochzeitsplanung bzw. am Hochzeitstag aufploppen, wer kennt das nicht? Da heißt es dann Augen zu und durch!  Hinterher atmen wir tief durch und sind einfach froh, es geschafft zu haben.

Es gibt aber auch oft genug Fälle, bei denen wir die Herausforderung schon im Vorfeld stark spüren. Das können Wendepunkte im Privatleben sein, eine wichtige Entscheidung für das Business oder auch einfach nur ein neues Projekt, dass man angenommen hat.

Bleiben wir mal beim Projekt. Ein neuer Auftrag, ein Projekt, welches man so bisher nicht gemacht hat. Das ist spannend und man hat Bock, doch dann passiert etwas, das vielen von uns bekannt sein dürfte: Wir bekommen so ein mulmiges Gefühl. Entweder bevor man überhaupt den ersten Schritt gewagt hat oder nach den ersten Gehversuchen, bei denen man sich aber nicht ganz wohl fühlt. Vielleicht druckst man rum und schiebt erst mal das Projekt ein paar Tage vor sich hin, aber irgendwann wird aus dem mulmigen Gefühl Stress und Druck.

Kommt Dir das bekannt vor? Hast Du ein neues Projekt angenommen und spürst nun Stress und Druck? Machst Du Dir tausend Gedanken und weißt nicht, wie Du es angehen sollst? Oder viel wichtiger, wie Du aus der Gedankenspirale rauskommst und vermeidest den Kopf in den Sand zu stecken?

In solchen Situationen gibt es drei wichtige Dinge, die Du tun solltest: anhalten, hinschauen und aushalten.

Statt das Gedankenkarussel weiter zu drehen, halte es an und schau hin, reflektiere: Was hast Du da so für Überlegungen im Kopf? Wovor fürchtest Du Dich und wie real sind Deine Befürchtungen? Sei ehrlich zu Dir selbst, halte es aus, die schwierige Situation zu betrachten und akzeptiere, dass auch Du nur ein Mensch bist, dem manche Herausforderungen schwer fallen.

Wichtig ist, dass Du bei der Betrachtung der Situation urteilsfrei herangehst. Leichter gesagt als getan, denkst Du? Stimmt nicht. Hier können wir Dir eine Sichtweise an die Hand geben, die aus dem Systemischen Coaching stammt. Simpel ausgedrückt: Die Gedanken, die Du in das Karussel setzt, sind der Ausdruck von Gefühlen. Gefühle wiederum sind der Ausdruck von erfüllten oder nicht erfüllten Bedürfnissen. Und Bedürfnisse, tja, die sind die elemantar wichtigen Eckpfeiler für unser tägliches Lebensgefühl. Bei erfüllten Bedürfnissen sind wir happy und bei nicht erfüllten Bedürfnissen fühlen wir uns über kurz oder lang nicht mehr so happy.

Das Gute ist: Sobald Du weißt, welches Bedürfnis nicht erfüllt ist, kannst Du nach Lösungen suchen und musst Dich nicht mehr im Kreis drehen.

Wenn Du also Dein Gedankenkarussel anhältst und überprüfst, welche Bedürfnisse hinter den Gedanken stehen, gelingt Dir eine nüchterne Betrachtung der Herausforderung und vor allem der Gang in Richtung Lösung. Wollen wir es mal ausprobieren?

Schau Dir die Gedanken an. Was sagen sie?

Hast Du Zweifelst daran, dass Du die Aufgabe meistern wirst? Das wäre das Bedürfnis nach Sicherheit. Die Gewissheit, dass Du es kannst, auch wenn Dir noch etwas Know-how oder Durchblick fehlt. Die Lösung wäre, herauszufinden, was Du brauchst, um die Sicherheit zu erlangen? Wissen? Dann eigne Dir das Know-how an, frage Kollegen oder hole Dir Support.

Besitzt Du das Know-how, hast aber einfach Angst zu scheitern? Hier spielen Bedürnisse wie Erfolg, Erfüllung und wieder Sicherheit eine Rolle. In diesem Fall hilft es oft, die Herangehensweise an das Projekt zu ändern. Dafür ist es wichtig, sich klar zu machen, dass Angst nur ein „Was-kann-passieren-Bild“ ist, das wir uns im Kopf malen. Sie ist nicht Realität und doch blockiert sie uns, weil wir immer nur auf das selbsterdachte Bild schauen.

Versuche der Aufgabe mit Neugierde statt mit Angst zu begegnen. Neugierde öffnet den Blick und löst die Spannung im Kopf. Frag Dich, was könntest Du alles aus diesem Projekt lernen? Welche neuen Ideen könnten daraus entstehen? Nimm etwas Humor zur Neugierde und frage Dich, wie würde Dein Idol dieses Projekt angehen. Wie heißt es so schön? „What would Beyonce do?“ 😉

Oder ist eine Deiner Befürchtungen die Angst, wie andere über Deine Arbeit urteilen werden? Das wäre das Bedürfnis nach Anerkennung. Akzeptiere, dass Du es nie allen Recht machen kannst und wechsle Deine Perspektive. Fokussiere Dich darauf, wie DU Dein Arbeitsergebnis als gut und erfolgreich definieren würdest. Wie musst Du das Projekt abgeben, um mit Deiner Leistung zufrieden zu sein? Und viel wichtiger: Was braucht Dein Kunde von Dir, damit der Auftrag erfolgreich abgeschlossen wird? Liste auf, was wirklich für Dich und den Kunden zählt und schon wird die Meinung Dritter irrelevant.

Ist einer Deiner Gedanken, dass Du zeitlich nicht alles unter einen Hut bekommst? Das wäre unter anderem das Bedürfnis nach Freiheit bzw. freier Zeiteinteilung. Hier musst Du realistisch bleiben. Sei ehrlich zu Dir und frage Dich, was Du in der verfügbaren Zeit wirklich schaffen kannst. Hast Du einen utopischen Abgabetermin angegeben? Dann korrigiere ihn. Besteht diese Möglichkeit nicht, dann prüfe, wie Du Dir anderweitig Zeit verschaffen kannst (andere Projekte schieben, Aufgaben deligieren) oder Deine Kapazitäten erhöhen kannst (Hilfe holen).

Ja, Zeitdruck ist schwer auszuhalten, aber auch hier gibt es Lösungen. Man muss nur akzeptieren, dass für eine vorübergehende Zeit ordentlich ackern angesagt ist. Und man darf sich vor allem nicht scheuen, die Lösungen umzusetzen – auch wenn es bedeutet, dass man tatsächlich mal um Hilfe bitten muss oder kurzerhand zuhause die Aufgaben umverteilen muss.

Zu guter Letzt noch eine ganz wichtige Sache! Bei aller Betrachtung des Gedankenkarussels und was dahinter steckt, ist dies wichtig: Rufe Dir immer wieder in Erinnerung, dass Du Dich für diesen Weg, diesen Auftrag entschieden hast. Du bist also kein Opfer Deines Karussels, sondern der Erfinder. Und Erfinder können ihr Werk immer verändern 😉

Wir hoffen dieser Ausflug in die systemische Betrachtung einer Herausforderung hilft Dir bei Deiner nächsten großen Herausforderung. Und solltest Du bei der Betrachtung Unterstützung benötigen, helfen wir Dir gerne auch persönlich dabei!